Serie: A&0
Titel: Fleischwolf I + II
Entstehungsjahr: 2025
Medium: Video, 24 Sekunden
Material: Ki generierte Bild-, Video-, Musiksequenzen
A&0 Series
Die A&0-Portraitreihe versteht sich als technisches Experiment analoger Menschlichkeit. Sie erforscht die Schnittstelle zwischen menschlicher Gefühlswelt und maschineller Verarbeitung, deren Ergebnisse das Resultat dieser Wechselwirkung sind.
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Series: A&0
Title: Fleischwolf I + II
Year of creation: 2025
Medium: Video, 24, 16 seconds
Material: AI-generated image, video, music file
The A&0 portrait series is understood as a technical experiment in analog humanity. It explores the interface between the human emotional sphere and machine processing, with the resulting outcomes being the product of this interaction.
Fleischwolf // Meat Grinder, 2025
A&0 Porträtreihe · Fleischwolf
Fleischwolf entstand als Reaktion auf einen Artikel des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL, in dem berichtet wurde, dass Funktionäre der russischen Partei »Einiges Russland« zum Weltfrauentag Fleischwolfgeräte an Mütter gefallener Soldaten überreichten.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem zynischen und paradoxen Zustand, den bereits die Realität selbst erzeugt: Mütter ziehen ihre Kinder über viele Jahre groß, nur damit diese im Krieg sterben — und der Staat begegnet dieser Trauer schließlich mit einem symbolisch kaum erträglichen Geschenk. Der Fleischwolf wird dabei zu einem Sinnbild für Entmenschlichung, politische Kälte und die absurde Logik von Kriegspropaganda.
Aus dieser Irritation heraus entstand der Wunsch, den emotionalen Zustand festzuhalten und sichtbar zu machen, bevor er im permanenten Strom medialer Bilder wieder verschwindet. Die Arbeit versteht sich deshalb auch als Versuch, einen Moment kollektiver Sprachlosigkeit zu konservieren.
Das Werk kombiniert KI-generiertes Video mit KI-generierter Musik, um einen emotionalen Zustand zu visualisieren, der sich rational kaum auflösen lässt. Gerade darin liegt das Paradox der Arbeit: Technologien, die oft mit Distanz, Automatisierung und Unmenschlichkeit verbunden werden, werden hier eingesetzt, um etwas zutiefst Menschliches sichtbar zu machen — Trauer, Ohnmacht, Beklemmung und moralische Verstörung.
Fleischwolf untersucht damit nicht nur die Bildsprache politischer Realität, sondern auch die Frage, ob künstliche Systeme helfen können, emotionale Wahrheiten erfahrbar zu machen, die sich mit dokumentarischen Mitteln allein kaum ausdrücken lassen.
A&0 Series · Meat Grinder
Fleischwolf emerged as a response to an article in the German news magazine DER SPIEGEL, which reported that officials from the Russian party “United Russia” presented meat grinders to mothers of fallen soldiers on International Women’s Day.
The work addresses the cynical and paradoxical condition already produced by reality itself: mothers raise their children over many years, only for them to die in war — and the state ultimately responds to this grief with a symbolically unbearable gift. The meat grinder becomes a metaphor for dehumanization, political coldness, and the absurd logic of war propaganda.
Out of this irritation arose the desire to capture and make visible an emotional state before it disappears again in the constant stream of media imagery. The work therefore also understands itself as an attempt to preserve a moment of collective speechlessness.
The piece combines AI-generated video with AI-generated music in order to visualize an emotional condition that can hardly be resolved rationally. This is precisely where the paradox of the work lies: technologies often associated with distance, automation, and inhumanity are used here to make something deeply human visible — grief, helplessness, oppression, and moral disquiet.
Fleischwolf thus not only examines the visual language of political reality, but also explores whether artificial systems can help make emotional truths perceptible that can hardly be expressed through documentary means alone.
Fleischwolf III // Meat Grinder III, 2025